Ein korrekt geleveltes Druckbett ist die Grundlage für jeden erfolgreichen 3D-Druck. Dieser Guide erklärt manuelle und automatische Methoden.
Warum ist Leveling so wichtig?
Die erste Schicht bestimmt den gesamten Druckerfolg. Zu nah: Düse kratzt, kein Fluss. Zu weit: Material haftet nicht, Spaghetti-Druck.
Methode 1: Manuelles Leveling (Papier-Methode)
- Drucker auf Raumtemperatur vorzuheizen (Bett + Hotend auf Drucktemperatur)
- Home All ausführen, dann Z-Offset deaktivieren
- Düse zu jeder Ecke und in die Mitte fahren
- Papier (80g/m² Standard-Druckpapier) unter die Düse schieben
- Abstand: Papier soll leichten Widerstand spüren, aber noch bewegbar sein
- Alle Punkte 2–3× wiederholen (jede Ecke beeinflusst andere)
Methode 2: Automatisches Leveling (BLTouch / CR Touch)
Automatische Probe-Systeme messen das Bett an vielen Punkten und erstellen eine Mesh-Karte:
- Probe kalibrieren: Z-Offset einstellen (Abstand zwischen Probe-Trigger und Düse)
- Mesh-Leveling starten:
G29(Marlin) oderBED_MESH_CALIBRATE(Klipper) - Mesh im EEPROM speichern:
M500 - Beim nächsten Druck wird das Mesh automatisch angewendet
Z-Offset feinjustieren
Der Z-Offset bestimmt, wie nah die Düse beim Druck ans Bett fährt. Live anpassen:
- Zu weit weg: Erste Schicht haftet nicht, Filament liegt rund / rollt sich ein
- Zu nah: Erste Schicht wird gequetscht, Düse kratzt, Elefantenfuß
- Optimal: Erste Schicht wird leicht ins Bett gedrückt, Ränder glatt
Mesh-Leveling verstehen
Bei unebenen Betten gleicht das Mesh die Unebenheiten aus:
- Mehr Messpunkte = genauere Kompensation (9×9 besser als 3×3)
- Mesh nach jedem Bett-Wechsel oder Temperaturänderung neu erstellen
- Klipper:
SAVE_CONFIGnach Kalibrierung
Häufige Probleme
- Bett ist verbogen: Glasplatte verwenden, oder Mesh-Leveling nutzt das aus
- Leveling verändert sich nach Aufheizen: Immer bei Drucktemperatur leveln
- Einzelne Ecke immer falsch: Federn unter Druckbett gleichmäßig spannen